Agni, Dahtu, Dosha: eine schnelle Übersicht über die 4 Hauptprinzipien des Ayurveda.
Laut Ayurveda besteht der menschliche Körper aus vier Grundprinzipien – Dosha, Dhatu, Mala und Agni. Das perfekte zusammenarbeiten dieser 4 Prinzipien ergibt–> Ojas
Im Ayurveda wird der Mensch nicht als Summe von Organen betrachtet, wie Descartes, der den Körper sich als mechanisch funktionierende Maschine vorstellte (Essay: der megatechnische Pharao), sondern als ein lebendiges Zusammenspiel verschiedener Kräfte und Substanzen.
Alles, was wir essen, fühlen und erleben, wird durch diese vier Bereiche verarbeitet – und genau darin liegt der Schlüssel zu Gesundheit und Lebenskraft. Die Doshas – unsere drei Lebensenergien im Ayurveda beschreibt jenendrei Kräfte, die in jedem von uns wirken:
Vata ist die Kraft der Bewegung, verbunden durch die Elemente Luft und Raum/Äther. Sie lenkt unseren Atem, unsere Gedanken, die Impulse des Nervensystems.
Pitta ist die Kraft der Transformation, gebildet durch die Elemente Feuer und etwas Wasser. Sie sorgt für Verdauung, Stoffwechsel und Klarheit im Geist.
Kapha ist die Kraft der Stabilität, verbunden mit Erde und Wasser. Sie gibt uns Struktur, Ausdauer, Ruhe und Zusammenhalt. Erst wenn diese drei Energien im Gleichgewicht wirken, fühlen wir uns gesund und lebendig.
2. Dhatu – unser Körpergewebe
Damit diese Energien einen Ausdruck finden können, braucht es Substanz, Materie. [Das Einheitssystem Raffael – Leib- Seele, Inkarnat- Animation – also ein lebendiger Raffael, wäre ohne Hände (Gewebe) nicht in der Lage gewesen wäre, ein gedankliches Konstrukt zu verkörpern. Ohne Hände heißt, er wäre nicht in der Lage gewesen zu malen, zu schreiben, zu musizieren, zu gestikulieren. –> siehe Embodiement]
Laut Ayurveda gibt es sieben Gewebe – die Dhatus: Plasma, Blut, Muskeln, Fett, Knochen, Mark und schließlich das Fortpflanzungsgewebe. Sie versorgen den Körper mit Nährstoffen, geben Kraft und Stabilität – sozusagen das Baumaterial unseres Lebens.
3. Mala – das, was der Körper loslassen muss
Damit Neues entstehen kann, muss auch Altes ausgeschieden werden. Ayurveda nennt diese Abfallprodukte Malas. Dazu gehören Stuhl, Urin und Schweiß. Erst wenn der Körper regelmäßig loslässt, kann er frei und gesund bleiben. „Mala“ habe ich farblich nicht herausgestellt, da bei gutem Agni die Malas in der Regel gut funktionieren. Es gilt dann wieder, einmal mehr: schön sind immer drei.
4. Agni – das innere Feuer
Im Zentrum all dessen steht Agni, das Verdauungsfeuer. Es ist viel mehr als nur die Verdauung im Magen. Agni ist die Kraft, die Nahrung in Energie verwandelt, Nährstoffe aufschließt, die Wärme im Körper reguliert und sogar unsere geistige Klarheit nährt.Ist Agni stark, fühlen wir uns voller Energie. Ist es geschwächt, entstehen Trägheit, Schlacken und Krankheit.
Ayurveda Classic: „Dosha-Dhatu-Mala mūlam hi śarīram.” (Dosha, Dhatu und Mala sind in der Tat die Wurzeln [mūla] des Körpers) dieser Satz stammt zwar nicht aus einem klassischen Text, wird aber in den Kommentaren zu den Veden als zusammenfassende Aussage von Charaka Samhita interpretiert.
In späteren ayurvedischer Betrachtungen wurde Agni häufig als vierte Grundlage hinzugefügt – besonders im Zusammenhang mit dem ganzheitlichen Gesundheitsbegriff („Swastha“). Laut moderner Textinterpretation gilt:In Ayurveda ist eine Persin als gesund/swastha wenn Dosha, Dhatu, Mala und Agn normal funktionieren.
Das Sanskrit Wort für Gesundheit heißt Swastha: (wörtlich: im eigenen Selbst stehen) Entsprechend der Definition von Ayurveda ist ein Mensch gesund, wenn er oben genannte vier Kriterien erfüllt, sowie daraus resultierenden 3 auf der psychologischen Ebene.
- Dosha in Homöostase
- Agni funktioniert optimal
- Dhatu (Körpergewebe) sind stabil und gut entwickelt
- Mala (Abfallprodukte) werden rechtzeitig und in bestmöglicher Qualität ausgeschieden
- Die Sinne funktionieren uneingeschränkt
- Die Person fühlt sich glücklich
- Die Seele wird wahrgenommen
Kommt nur eines aus dem Gleichgewicht, stört das den gesamten Fluss – und Krankheit entsteht. Bleiben sie aber im Einklang, entfaltet sich das, was Ayurveda seit Jahrtausenden beschreibt: ein Leben voller Kraft, Klarheit und Freude.